Der Rheinauhafen ist eine ehemalige Hafenanlage im Kölner Süden, die heute als Wohn- und Gewerbegebiet genutzt wird. Auf dem Hafenareal stehen neben den historischen Lagerhäusern, dem „Siebengebirge", auch die drei Kranhäuser, die längst fester Teil des kölnischen Stadtpanoramas sind. Sie wurden nacheinander zwischen 2008 und 2011 fertiggestellt und lassen sich sowohl als eine moderne Interpretation des 1924 geschaffenen Wolkenbügels des russischen Avantgardisten El Lissitzky wie auch als stark abstrahierte Umdeutung eines Hafenkrans lesen.
Vom Kap am Südkai an der südlichen Spitze des Hafens nehmen wir den Weg unter der Südbrücke hindurch bis zum Hochwasserpumpwerk an der Schönhauser Straße.
Foto: Raimond Spekking / CC BY-SA 3.0 (via Wikimedia Commons)
Bei dem kantigen Gebäude, das leicht über die Mauer der geschwungenen Grundfläche hinausragt, handelt es sich um ein Hochwasserpumpwerk. Ein solches Pumpwerk transportiert Wasser bei Hochwasser oder starken Regenfällen von einem tiefer gelegenen in ein höher gelegenes Gebiet, um so Überschwemmungen zu verhindern und die Kanalisation zu entlasten. Dieses Pumpwerkgehört zu insgesamt 31 Werken der StEB Köln und wurde Ende 2007 in Betrieb genommen.
Bei Dunkelheit lässt sich die Besonderheit des Pumpwerk erleben, denn durch eine Effektbeleuchtung der gesamten Außenfläche wird der jeweilige die Rheinwasserstand farbig angezeigt, wobei gelb einen niedrigen Stand und rot einen sehr hohen Wasserstand symbolisiert.
Auf der Weiterfahrt zur Rodenkirchener Brücke ist noch ein Abstecher zum Bismarckturm möglich, ein Denkmal für Otto von Bismarck an der Ecke Gustav-Heinemann-Ufer / Bayenthalgürtel von 1903.
Die Rodenkirchener Brücke ist die südlichste der insgesamt sieben Kölner Rhenbücken. Die 567 Meter lange Hängebrücke ist heute Teil der A4. Zu den verantwortlichen Architekten und Ingenieuren gehörte auch Paul Bonatz, den man heute in erster Linie mit dem historischen Bahnhofsgebäude in Stuttgart verbindet.
Als das teuerste Brückenbauwerk seiner Zeit wundert es nicht, dass es den Namen des damaligen Reichskanzlers erhielt. Insgesamt wurden 12.500 Tonnen Stahl verbaut. Die Einweihung fand am 20. September 1941 statt. Das Bauwerk war die erste echte Hängebrücke Deutschlands und damals die größte Hängebrücke Europas. 1945 wurde die Brücke zerstört, bis 1954 wiederaufgebaut und zwischen 1990 und 1994 auf sechs Fahrspuren verbreitert.
Vorbei geht es an den diversen Bootshäusern bis zur Rodenkirchener Riviera
Köln liegt nicht am Meer, auch wenn man das an der Riviera vor Rodenkirchen fast glauben könnte. Hier wo die Wellen des Rheins auf sandige Buchten schlagen, muss man an heißen Sommertagen Glück haben, noch ein wenig Sandstrand zu ergattern, auf dem man sein Handtuch ausbreiten kann. Und das war schon immer so, wie das Foto des Strandbads Rodenkrichen aus dem Jahr 1912 zeigt. Heute gilt im Rhein ein Badeverbot – aus gutem Grund, denn die gefährlichen Strömungen haben auch schon sehr geübte Schwimmer*innen mitgerissen.
Wir fahren weiter Richtung Süden, vorbei am Campingplatz Berger, und nehmen den Weißer Bogen, der uns in eine langerstreckten Rechtskurve die Rheinkurve entlang nimmt, immer im kühlenden Schatten der Bäume, bis zur Fährstation Weiß–Zündorf
Historisches Foto aus: „Rodenkirchener erinnern sich“, Cornelius Steckner (Hg)
Mit einem der beidne kleinen Fährschiffe setzten wir über den Rhein hinüber nach Zündorf.
Betriebszeiten: https://www.faehre-koelnkrokodil.de/
Auf dem Weg von der Fährstation radeln wir zwischen der Oberen und Unteren Groov hindurch und erreichen den Marktplatz von Zündorf.
Auf dem Marktplatz von Zündorf lässt sich gut einkehren – überhaupt kann man auf der gesamten Freizeitinsel Groov einen ganzen Tag gut verbringen. Von hier aus nehmen wir den alten Lein- bzw. Treidelpfad rechtsrheinisch Richtung Norden.
Der schmale Weg entlang des Rheins, der heute von Fußgänger*innen und Radfahrer*innen genutzt wird, diente jahrhundertelang als Treidel- oder Leinpfad. Von diesem konnten Menschen oder Zugtiere mittels langer Taue (Treidel) Frachtschiffe den Rhein aufwärts ziehen. Das Treideln war einst eine wichtige Form des Warentransports und über Jahrhunderte hinweg eine gängige Fortbewegungsart, vor allem für Güterschiffe – auf dem Rhein und anderen großen Flüssen.
Den Rhein immer links von uns fahren wir bis zum Porzer Rheinufer
Die Gestaltung des Porzer Rheinufers in seiner heutigen Form geht auf eine Initiative der Jahre 1907 bis 1912 zurück, bei der die zentrale Bootsanlegestelle (heute Köln-Düsseldorfer), die lange Rampe hinunter zum Rheinufer und die charakteristischen Lindenreihen entstanden. Noch heute lädt die Anlage zum Spazieren und Fahrradfahren entlang des alten Leinpfades ein.
Das Bezirksrathaus Porz ist ein modernes Gebäude, das Teil der Entwicklung der „Neuen Mitte Porz“ ist und die historischen Maßstäbe des Stadtteils aufnimmt. Die Architektur des Bezirksrathauses ist Teil einer umfassenden städtebaulichen Neugestaltung, die mit der Revitalisierung des Bereichs um den Friedrich-Ebert-Platz einhergeht, der drei neue Wohn- und Geschäftshäuser umfasst.
Weiter geht es nach Norden, bis wir kurz vor der Rodenkirchener Brücke die Westhovener Aue erreichen.
Die Westhovener Aue ist ein Erholungsgebiet, das in den Nullerjahren auf einem ehemals militärisch genutzten Gelände entstand. Der Truppenübungsplatz gehörte jahrzehntelang den Belgischen Streitkräften. Nachdem 2002 die Stadt Köln das Gelände gekauft hatte, wurde ab 2004 das ehemalige Übungsgelände zurückgebaut. Im Frühjahr 2005 wurde das Areal für die Öffentlichkeit als neues Naherholungsgebiet im Kölner Süden freigegeben.
Wir unterfahren die Rodenkirchener Brücke um auf die Poller Wiesen zu gelangen
Foto: BUND Koeln, Gabriele Falk
Schaut man heute auf den Rhein, wie er kraftvoll und breit mitten durch die Stadt Köln fließt, ist kaum vorstellbar, dass der Fluß hier auch als Rinnsal hätte enden können. Der Rhein war im Mittelalter im Begriff, sich einen neuen Verlauf zu suchen, dabei um Deutz herum zu mäandern, um erst bei Mülheim wieder in sein ursprüngliches Bett zurückzukehren. Für Kölns Wohlstand und den Handel wäre das eine Katastrophe gewesen. So entstanden im 12. Jahrhundert die Poller Wiesen mit ihren Pflanzen und Dämmen – und später die Poller Köpfe, die dafür sorgen, dass der Rhein weiterhin für den Handel brauchbar durch Köln fliest und nicht „abbiegt“.
Heute sind die Poller Wiesen Naherholungsgebiet zum Spazierengehen, Radfahren, Sport machen und seit neuestem auch, um dort große Lenkdrachen steigen zu lassen. Von hier aus hat man einen hervorragenden Blick auf das linksrheinische Köln. Aber die Poller Wiesen sind auch ein wichtiger Schutz gegen das Hochwasser, denn sie bieten in diesen Zeiten dem vielen Wasser im Rhein die Möglichkeit, sich auszubreiten. Und schließlich dienen die saftigen Wiesen auch den Schafherden als Weideflächen, natürliche Düngung inklusive.
Vorbei an den Tennisclubhäusern geht es weiter bis zur Südbrücke
Die Südbrücke ist eine zweigleisige Eisenbahnbrücke, die zwischen 1906 und 1910 gebaut wurde. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Brücke spät – am 6. Januar 1945 – durch Bomben weitgehend zerstört. Anders als bei der Hohenzollernbrücke, bei der die beschädigten Türme direkt abgerissen wurden, hat man hier lediglich auf einen vollständigen Wiederaufbau der dekorativen Portale und von Teilen der Turmarchitektur verzichtet. Ein Teil der Quader wurde für den Wiederaufbau der steinernen Bögen über die Rheinallee und am Porzer Ufer verwendet. Die Gesamtlänge der Brücke beträgt heute 536 m.
Wer möchte, kann weiter am Rhein bis nach Mülheim fahren und dort noch einen Abstecher zum Parkweiher machen. Wir nehmen die Fahrräder in die Hand und nach etwas mühsamem Aufstieg im Brückenturm den aussichtsreichen Weg über die Brücke und kommen wieder zurück in den Rheinauhafen.
Bitte eigenen Müll entsorgen
Hunde bitte anleinen
Tiere füttern verboten
Schwimmen verboten
Eisfläche betreten verboten
Für Fragen oder Hinweise zu den Kölner Parkweihern erreichen Sie uns montags bis freitags von 7 bis 18 Uhr unter der Telefonnummer
Wenn Sie verletzte Wasservögel entdecken, dann rufen Sie über den Notruf 112 die Tierrettung der Feuerwehr Köln.
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